Bislich 2009

Für das (geplante) Ende unserer Saison waren wir auf ein kleines Museumsfest nach Bislich eingeladen. Dieser Ort befindet sich auf der Xanten gegenüberliegenden Rheinseite und ist von seiner Größe her überschaubar. Nichtsdestowenigertrotz hat der Ort, wie wir dort lernten, eine interessante historische Bedeutung…

Und die hat uns Peter, der Kurator des Bislicher Museums, nähergebracht. Aber ich greife vor…

Wir waren zur Eröffung einer Ausstellung mit dem Thema „Wikinger – Krieger und Händler“ zusammen mit einigen Anderen eingeladen worden. Das Museum war Ort ist schnell gefunden, ein Gebäude von l-förmigen Grundriss, mit Hof und einem weiteren Ausstellungsgebäude dahinter.

Der Hauptteil des Frontgebäudes war liebevoll zum Thema dekoriert worden, etliche Ausstellungsstücke waren Leihgaben der eingeladenen Reenactors. Besonders hervorzuheben für mich war der hölzerne Drachenkopf – ohne Maschinenkraft beschnitzt auf zahllosen Events von Werner – und viele schöne Repliken aus dem Fundus von Konrad. Dazu hingen Hinweis- und Erlkärungsplakate aus, übersichtlich und doch mit guten und wichtigen Details gewürzt, so zum Beispiel Kartenausschnitte der beschriebenen Situationen.

Für die Reenactors selber war eine Seitenstrasse direkt am Museum und eine kleine Wiese direkt angrenzend gesperrt worden, um hier die Zelte aufzubauen und die diversen Vorführungen (Handwerke, Kampf) abhalten zu können.

Die Veranstaltung

Als Zeitraum waren die beiden Tage des Wochenendes einberaumt, wobei Lager und Museum aus verständlichen Gründen nur tagsüber zugänglich waren. Als für uns überraschende Attraktion wurden pro Tag Führungen zum nahen Gräberfeld durchgeführt, samt Erklärungen des Was, Wer, Wann und Warums.

Auch örtliche Organisationen (Jugend der Feuerwehr, ehrenamliche Damen der Museumsküche) haben das Fest durch ihre Mitwirkung unterstützt, und ihm vor allem eine persönliche Note und neue Kontaktpunkte verliehen. Es war ein gänzlich anderer Umgang, als er auf Märkten großer und kommerzieller Veranstalter mit dem „Personal“ passiert oder möglich ist. Nicht unwesentlich zum „Familientreffen-Gefühl“ trugen auch die reichliche Versorgung mit zubereiteten Nahrungsmitteln und der stets einsatzbereite Peter, wenn etwas fehlte oder kaputt war mußte man es fast noch nicht einmal sagen, und es wurde in-Ordung gezaubert.

Die Besucherzahlen entsprachen folglich auch keinem Groß-Event, für das Museum selber waren sie aber ein Top. Und es freute um so mehr als man merkte, daß die Besucher sich Zeit und Muße nahmen die dargebotenen Sachen in sich aufzunehmen und zu genießen. Die (Gruppen)Lager waren absichtlich offen dekoriert worden und nicht selten gab es Besucher die eingeladener Weise neben einen Handwerker (oder Vorführenden) setzten, um besser zuschauen zu können. Auch brachten einige Besucher gutes Vorwissen mit, sodaß man sich mit ihnen auf weiterführendem Niveau unterhalten konnte.

Als kleines Schmankerl bekamen die anwesenden Reenactors Abends von Peter ihre eigene Museumsführung unter Ausschluss der Öffendlichkeit. Schön auch deshalb, weil so ein breiterer Rahmen für uns zugegebenermaßen oftmals Sparten-wissenden (oder wenigstens speziallisierten) FrühmittelalterLeute gegeben wurde. Wir haben uns es trotzdem nicht nehmen lassen, den Vortrag mit eben jenem Detailwissen (und es kam schon einiges an Wissen zusammen) durch Zuruf zu würzen… So sind wir halt!

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