Damastmesser mit edelsten Griffzutaten

messer_zutatenEin kleiner Auftrag führte dazu, dass ich wiedermal einen schönen Messergriff herstellen darf. Zutaten sind:

  1. Mooreiche
  2. Bernstein
  3. Silberbleche
  4. Horn
  5. Lavastein aus Island

DSC_0045 In einem ersten Schritt musste erstmal die Klinge nachbearbeitet werden. Die Angel wurde auf die Stärke des Klingenrückens runtergeschliffen und die Klinge neu geätzt.  Es ergibt sich ein feiner aber nicht sehr auffälliger Kontrast zwischen den Lagen. Ich hatte da auf etwas mehr gehofft, aber das ist sicherlich auch eine Frage der verwendeten Stahlsorten.

DSC_0011Die Materialien des Griffs an sich waren weitgehend bekannt, insofern dass ich sie bereits bei anderen Messern eingesetzt habe. Horn als Zwinge hat sich bewährt. Es bildet einen schönen Abschluss, der sich relativ leicht bearbeiten lässt. Die Bleche aus Silber waren diesesmal selbst getrieben und nicht fertig gekauft, was der Oberfläche nicht wirklich gut getan hat, aber da diese nie jemand zu sehen bekommen wird, war mir das ziemlich egal. Natürlich kann man auch an der ungleichmäßigen Dicke der Silberbleche erkennen, dass sie nicht einfach gewalzt wurden, aber das tut der Optik keinerlei Abbruch.

Nicht neu aber nach wie vor herausfordernd ist der Bernstein. Den benötigten Teil aus den Stück Rohbernstein herauszuholen ohne den Stein selber zu beschädigen bedarf einiger Geduld. Letztlich tauchen auch immer wieder Einschlüsse auf, die dem Stein selber eine sehr interessante Optik geben, die aber die Haptik stören, wenn sie ausgerechnet außen liegen. Naja, letztentlich ist das Stück Bernstein an Ort und Stelle gelandet. Den Kanal für die Angel habe ich diesmal nicht gebohrt sondern gefräst. Der erste Versuch mit dem Bohrer bei dem Bernsteinstück für den Griff meines Sax war im Nachhinein betrachtet reines Glück.

Letztendlich sollte der Abschluss des Messers durch ein Stück Lavastein aus Island gebildet werden. Schöne Idee. Überreicht wurde mit das Stück sinngemäß mit den Worten: „Guck mal was du da machen kannst. Das Zeug ist übel hart, ich konnte da nichtmal ein Loch durch bohren um das Stück als Anhänger zu nutzen“. Zum Glück sind Bohren und Schleifen zwei Paar Schuhe, so dass ich da tatsächlich auf weniger Probleme als erwartet gestoßen bin. Der Stein ließ sich sehr gut schleifen und fing auch nicht an plötzlich zu zerbröseln. Mit einen feinkörnigen Schleifband und niedriger Bandgeschwindigkeit konnte ich da einen richtig passenden Abschluß draus formen.

Inzwischen wurde das Messer seinem neuen Besitzer übergeben. Ich hoffe das es jetzt häufiger auf Veranstaltungen zu sehen sein wird.

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