Ein Jubiläum – 10 Jahre Eschenspross – Zeit für einen Rückblick

Jenny hat mich Anfang des Jahres darauf aufmerksam gemacht und mir wäre es wahrscheinlich selbst erst sehr viel später, wenn überhaupt aufgefallen. Das sollen schon 10 Jahre gewesen sein?! Ich gebe zu, ich habe vorsichtshalber mehrfach nachgerechnet.lagerleben

OK, also 10 Jahre, da muss doch was passiert sein. Was hat sich geändert? Was ist gebleiben? Wo geht es hin? Mal sehen, was sich so in der Fotosammlung findet.

Was hat sich verändert?
So einiges:

wetterweiserDa war z.B. unser allseits beliebter Wetterweiser. Die in Holz gebrannte, wort- und detailreiche Bedienungsanleitung, brachte manch einen interessierten Lesenden nach einigen Momenten des Grübelns und Entzifferns letztendlich zu einem belustigten Aufstöhnen der Erkenntnis. Meist gefolgt von einem laustarken Ruf nach Begleiter XY: „Guck dir das mal an! Das musst du mal lesen!“
Besonders gut waren immer die netten Menschen, die ihre Umwelt gerne an ihrer Erkenntnis teilhaben ließen und den Text laut vorlasen. So kamen wir täglich diverse Male in den Genuß dieses Textes. Genug erzählt, jetzt muss ich den Text hier auch mal einfügen, schließlich sollen alle was davon haben.

Trotzdem fiel der Wetterweiser irgendwann dem gestiegenen Bedarf an Lagerequipment zum Opfer. Soviel Platz stand halt nicht mehr zur Verfügung und andere Sachen wurden wichtiger. Schließlich orientierte man sich ja auch stetig Richtung Handwerksdarstellung.

geraffelDie Erweiterung des Lagers war ein stetiger Prozess. Wenn ich mir überlege, dass die ersten Märkte mit einem Fiesta ohne Anhänger, befüllt mit Lager und 2 Personen angegangen wurden, fehlt mir dazu heute schon fast die Fantasie. Heute platzt der Anhänger schon wieder aus allen Nähten und der Wagen davor hat noch einiges mehr an Ladefläche zu bieten. Zumal wir auch längst nicht mehr alle mit nur einem Auto unterwegs sind! Und trotzdem, es ist nicht so als wenn mir nicht noch das eine oder andere einfallen würde, womit das Lager noch ergänzt werden könnte. Wäre ja auch schade sonst!

Zwischenzeitlich wurde dann erstmal ein Geraffel-Zelt angeschafft. Irgendwann passt einfach nicht mehr alles in ein Zelt und draußen liegen lassen will man seine „Schätze“ ja dann auch nicht unbedingt dauerhaft. Dabei wurde dann erstmal geguckt wie man Aufwand und Finanzen reduzieren kann. Mit ein bisschen Planung kann man da einiges sparen, aber inzwischen wurde diese Lösung auch wieder eingemottet, da ein zweites größeres Zelt für meine Frau und mich fällig war.

sonnensegelDas erste eigene Sonnensegel gehört auch zu den Fehleinschätzungen früher Lagererweiterungen. Dass eine der wichtigsten Eigenschaften eines Sonnensegels, das Abhalten von Regen ist, entbehrt ja nicht einer gewissen Ironie, aber eine Fläche von 20m² macht auch den Wind zu einem starken Feind. Das Mitschleppen von dutzenden Stangen, unzähligen Spannschnüren sowie Erdankern war nie eine akzeptable Lösung. Allerdings reifte bald die Erkenntnis, dass soviel Fläche auch gar nicht notwendig ist. Weniger ist da mal wieder mehr. Die Ausmaße schrumpften also stetig bis auch der Stoff anfing mürbe zu werden. So wurde auch diese Lösung letztendlich zu den Akten gelegt und durch eine ausgereiftere Variante ersetzt.

Und dann waren da diese wunderschönen „Einsteiger“-Veranstaltungen. Die quasi überall stattfindenden Spectacula eines nicht näher zu nennenden Herren zum Beispiel waren schon als Besucher bereits früh bekannt und stellten eine Art Einstiegsdroge dar. Doch den richtig guten Stoff kennen wir heute und sind unserer Sucht gnadenlos erlegen. Auch heute könnte man sicher noch Spaß an den alten Veranstaltungen und vor allem den Leuten, die man dort getroffen hat, haben aber die Zeiten in denen man sich vom Veranstalter so einiges hat gefallen lassen sind dann doch vorbei. Es gibt so viele Alternativen von Veranstaltern bei denen man sich wertgeschätzt fühlt, dass wir da inzwischen keinen Bedarf mehr sehen.

Und was ist geblieben?

erstes_zeltWenn man mal so zentralen Dingen wie Interesse, Motivation und Spaß an der Sache außen vor läßt gibt es auch noch ganz stoffliche Dinge, die die 10 Jahre überdauert haben. Nicht zuletzt fällt da das erste Zelt auf. Schon relativ kurz nach der Errichtung haben wir festgestellt, dass die Konstruktion im Vergleich zu anderen Lagern sehr stabil geraten war. Auf Erfahrungswerte konnten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht zurückgreifen und so sind viele unserer Schätzungen zu gunsten einer hohen Stabilität ausgefallen. Erfolg davon ist ein Zelt, dass heute noch so gut wie vor 10 Jahren seinen Dienst verrichtet, keine Probleme mit der Dichtigkeit bereitet und bis dato jedem Wetter trotzen konnte. Ein bisschen Stolz ist man da ja schon.

Interesse an sich hatte ich ja eigentlich schon genannt, aber im Speziellen war es immer schon das Handwerk. Klar hat sich sowohl das Equipment als auch das Knowhow immer weiter verbessert, aber die Richtung ist geblieben. Weiterhin wird geschmiedet, Ketten geflochten oder Socken genaalt. Sicherlich wird da noch das ein oder andere an Interessengebieten zu kommen, aber bei der Handwerksdarstellung wird es sicherlich bleiben.

Ja und dann ist da noch eine zentrale und wichtige Grundeinstellung gebleiben: Wir sind kein Verein! Wir waren nie einer, werden keiner sein und finden das auch gut so. Immer wieder sieht man neue Vereine auftauchen und andere verschwinden und die Grundidee, die lästigen Aufgaben eines Lagerlebens sowie die Kosten auf mehr Schultern verteilen zu können will einem ja auch vernünftig erscheinen. Alleine nur es bringt nichts, wenn es nicht funktioniert. Früher oder später liegt die Last bei einzelnen und es ist dann eine Frage der Zeit wie lange das gut geht. Jetzt will ich mich hier sicher nicht hinstellen und behaupten es gäbe gar keine funktionierenden Vereine, aber wenn man sich so umguckt muss man wohl zugestehen, dass sich dieses Konzept nur schwer auf dieses Hobby anwenden läßt. Warum sei dahingestellt.

Wie geht es weiter?
Gute Frage! Wir lassen uns zur Zeit ein wenig treiben. Man findet neue Themen mit denen man sich auseinandersetzt. Für mich wird eine Neuorientierung in Richtung Fertigung von Messergriffen schon alleine aus Gründen der Rohstoffpreise (Silber kostet so viel wie seit langem nicht) immer interessanter. Handwerk in jeglicher Variation wird sicherlich immer ein großes Thema bleiben.

auf_dem_weg

Bereits eingeschlagene Wege, wie z.B. das Flechten von Silberketten, werden uns sicher erhalten bleiben und einen stetigen Ausbau in Sachen Knowhow erfahren.

Tendenziell sind unsere Veranstaltungen immer weiter weg und wenn möglich ehr länger geworden. Ein Lager aufzubauen muss sich halt auch immer mehr lohnen. Schließlich will man ja auch was davon haben und nicht beim Aufbau schon wieder an den Abbau denken.

Ein paar neue Veranstaltungen für uns ausfindig zu machen ist sicherlich auch ein Ziel für die Zukunft. Zum Beispiel dieses Jahr haben wir die dumme Situation, dass viele Veranstaltungen auf einem Haufen liegen und sich teilweise sogar überschneiden. Es ist sehr Schade wenn man sich dann zwischen zwei sehr schönen Veranstaltungen entscheiden muss und in der Summe auch noch weniger Veranstaltungen in der Saison hat als man eigentlich geplant hatte.

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