Epochenfest 2012

Eine sehr schöne Veranstaltung, die sich von den üblichen Mittelaltermärkten auf interessante Art und Weise abheben kann. Der Name ist hier Programm. Ein bunt gemischtes Völkchen trifft sich seit inzwischen einigen Jahren zu Pfingsten im Brückenkopfpark in Jülich um dort oftmals erstaunliche Besuchermengen über diverse Epochen der Geschichte zu informieren und zu bespaßen!

Das Gelände

img_2567Vor- wie auch Nachteil kann das Gelände der Veranstaltung sein. Der Park ist erstmal bereits ohne das Epochenfest allemal sehenswert und hat für Kinder wirklich eine Menge zu bieten. Spielplätze und jede Menge „Erlebnis-Ecken“ zu diversen Themen lassen sicherlich keine Langeweile aufkommen. Nicht zuletzt der angeschlossene kleine aber feine Tierpark, die Zitadelle und vieles mehr machen schon sehr viel aus! Solange das Wetter also mitspielt eine Empfehlung für sich.

Das Gelände einer ehemaligen Bundesgartenschau, dass hier mit bunten Zelten diverser Epochen und Regionen gepflastert wird, stellt aber durch die Parkleitung auch Ansprüche an die Aktiven. Feuer sind zwar erlaubt, aber müssen in auf Steinen aufgebockten Feuerschalen entzündet werden. Der Rasen (ganz egal wie sehr an einigen Stellen der Ausdruck „Acker“ besser passen würde) ist heilig!

Während das Verbot von Fahrrädern zumindest die Darsteller aus Mittelalter und früher weniger tangieren dürfte sind leider auch Hunde auf dem Gelände verboten.

Der an sich geschlossene Park hat natürlich auch seine Vorzüge, wenn die Pforten für Besucher geschlossen sind. Da dies bereits ab 18.00 Uhr der Fall ist, kann der ruhige Abend oder die gesellige Runde in manchem Lager also auch schon früher beginnen, als man das von einigen anderen Veranstaltungen gewohnt ist.
Die Darsteller

img_2568Eine unglaubliche Vielfalt bringen die unterschiedlichsten Gruppen zu dieser Veranstaltung. Sowohl Zeit als auch Ort springen bei jedem Schritt von Lager zu Lager um unvorstellbare Dimensionen. Und die Anzahl der Darsteller sowie der damit abgedeckten Epochen wächst stetig! Römer, Indianer, Frühmittelalter, Nord- und Südstaaten, 30 jähriger Krieg, Hochmittelalter, Kelten, Wikinger, Völkerwanderungszeit, erster und zweiter Weltkrieg (Amis), und und und…

Ich habe sicherlich noch einiges vergessen!

Vom Veranstalter angedacht war mal einen Zeitstrahl zu etablieren, der es dem Besucher ermöglicht die Lager in einer chronologischen Reihenfolge zu besuchen. Dieser Gedanke schien mir auch erst sehr reizvoll, aber so wie ich die Veranstaltung bis jetzt kennengelernt habe hat die wilde Durchmischung tatsächlich ihren ganz eigenen Reiz. Zudem würde eine chronologische Aufstellung schon aufgrund der unterschiedlichen dargestellten Orte vermutlich doch wieder als sehr durchmischt wahrgenommen und könnte den gewünschten Effekt so vermutlich kaum erreichen.

Zwischendurch ein Wermutstropfen, denn die Händler manch einer Epoche haben leider wenig Ambitionen sich optisch in die Veranstaltung einzugliedern. Das äußert sich dann in dem ein oder anderen Plastik-Pavillion, der hier und dort zu sehen ist. Gerade Western-Freunde scheinen da die Ware höher zu schätzen als das stimmige Gesamtbild. Die Idee des Veranstalters solche Händler zwar zuzulassen, aber gesammelt an einer Stelle unterzubringen, evtl. etwas abseits der Darsteller, hat leider noch keine Umsetzung gefunden. Hier besteht noch ein kleines Stück Verbesserungspotential.

img_2562Die unglaubliche Bandbreite an Darstellern bringt auch unterschiedlichste Ansprüche in eine Veranstaltung. So kann hier durchaus eine hochmittelalterliche Darstellung mit musealem Charakter gegenüber von einem Hunnenlager stehen, dass sich freimütig als Karnevalsverein bezeichnet. Im ersten Moment krachen da Welten aufeinander. Das sind einfach extrem unterschiedliche Hobbys, die hier auf engstem Raum nebeneinenander ausgeübt werden. Für mich war in dieser Hinsicht sehr wichtig, dass hier gar nicht versucht wurde aus diesen Unterschieden ein Geheimnis zu machen. Während der Karnevals-Pirat seinen Spaß daran hatte mit ein bischen Schießpulver ein paar Leute zu erschrecken konnte nebenan trotzdem seriös über Waffen und Kriegstaktiken im dreizig jährigen Krieg aufgeklärt werden.

Dieses miteinander könnte meiner Meinung nach ein ausschlaggebender Punkt für den Erfolg dieser Veranstaltung sein. Jeder bekommt hier etwas geboten.

Mehr Bilder zu den Veranstaltungen 2011 und 2012 finden sich übrigens in der Galerie!

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