Hnefatafl

IMG_0180Hnefatafl heißt übersetzt wohl nicht mehr als Brettspiel. Von der Art des Spiels lässt es sich am besten mit Spielen wie Schach und Dame vergleichen. Spielbretter und Spielfiguren wurden überall von Irland bis Finnland gefunden. Nur leider vergaßen die Wikinger die Spielregeln aufzuschreiben!

Viele Leute haben sich damit beschäftigt die Spielregeln aus den Spielbrettern und wenigen Zeichnungen zu rekonstruieren. Dabei herausgekommen sind bis dato viele gut spielbare Möglichkeiten, von denen wahrscheinlich jeder eine andere kennt. Eine davon soll hier vorgestellt werden.

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Eigentlich ist die Schlacht schon entschieden.

In der Mitte des Spielfeldes steht der König umgeben von seinen letzten Verteidigern.

Von allen vier Seiten kommen die Angreifer die stark in der Überzahl sind. Ziel des Spiels ist nun für den Spieler des Verteidigers dem König die Flucht zu ermöglichen, oder alle Angreifer zu schlagen.

Der Angreifer hat die Herausforderung den König gefangen zu nehmen.

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Grundsätzlich hat das Spielbrett ein ungerade Seitenlänge, so dass es immer eine Mitte gibt, auf der der König steht.

Spielbretter wurden in den Größen 7×7 bis 15×15 wurden gefunden. Die Positionierung der restlichen Steine ist dann auch kein großes Rätsel mehr.

Zu sehen auf den Bildern sind die Varianten für 9×9 und 11×11 Felder.

Die Angreifer besetzen die Seiten mit exakt doppelt so vielen Steinen, wie es Verteidiger gibt.

Gerade für diese Startaufstellungen lassen sich im Internet viele Varianten finden. Im wesentlichen ist es wichtig, dass keinem Spieler schon zu Anfang ein zu großer Vorteil entsteht. Z. B. sollte der Angreifer nicht zu schnell alle Ecken blockieren können.

Gezogen wird wie der Turm beim Schach. Es darf in geraden Linien horizontal oder vertikal, aber nicht diagonal bis zum nächsten Hindernis gezogen werden.

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Hindernisse sind sämtliche Spielsteine und die Königsfelder. Als Ausnahme darf natürlich der König selbst die Königsfelder überqueren und betreten.

In einigen Testspielen hat sich herausgestellt, dass es bei dieser Regelwerksvariante besser ist den Verteidiger den ersten Zug machen zu lassen, um ein faires Spiel zu erreichen.

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Geschlagen wird ein normaler Spielstein, wenn er von zwei gegenüberliegenden Seiten (horizontal oder vertikal, aber nicht diagonal) von gegnerischen Steinen umgeben wird. Sowohl das Königsfeld in der Mitte, als auch die vier Eckfelder können zum Schlagen genutzt werden.

Diese Möglichkeit gilt natürlich auch für beide Parteien. Durch diese Regel wird es dem Angreifer erschwert die Ecken zu blockieren. Der Verteidiger dagegen muss aufpassen, dass er nicht durch seine Startposition am Königsfeld direkt viele Spielsteine verliert.

Der König selbst kann übrigens keine Figuren schlagen, da es ansonsten nahezu unmöglich wäre in gefangen zu nehmen.

Und mit ein wenig Geschick ist es sogar möglich mehrere Figuren mit einem Zug zu schlagen, wie man unten sieht.

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Der Angreifer gewinnt das Spiel, wenn er es schafft den König gefangen zu nehmen / zu schlagen. Dies geschieht wenn der König von vier Seiten umgeben wird. Um das zu erreichen, darf auch der Spielfeldrand genutzt werde, da der König am Rand sonst unschlagbar wäre. Die Königsfelder selbst können allerdings nicht, wie bei normalen Steinen, genutzt werden, da sie für den König ja betretbar sind.

Ganz simple und eindeutig gestaltet sich der Sieg für den Verteidiger: Sobald der König auf eines der vier Eckfelder zieht, hat der Verteidiger das Spiel gewonnen.

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Abgesehen von der Spielfeldgröße und den Startpositionen, gibt es noch viele kleine Regelvarianten und Sonderregeln.

Darf ein Stein in einen Schlag reinsetzen?

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Wenn der blaue Stein nach oben zieht, welcher Stein ist dann geschlagen? Eine mögliche Variante wäre den klaren Stein als geschlagen zu betrachten.

Schlägt ein vom König besetztes Königsfeld immernoch?

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Der König darf weder für den Verteidiger noch für den Angreifer schlagen, aber das Königsfeld darf es. Welche Regel tritt in einer solchen Situation in Kraft?

Im Sinne des Verteidigers, der gerade zu Spielbeginn viele Figuren direkt am Königsfeld hat, sollte man sagen, dass das mittlere Spielfeld nicht zum schlagen genutzt werden kann, solange der König noch auf ihm steht.

Dürfen normale Steine das mittlere Königsfeld überspringen?

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…z. B. um einen Gegner zu schlagen?

Um das Spiel etwas schneller zu gestalten kann man solche Züge erlauben.

Regelvariante: Rand als Fluchtfeld

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Eine für den Angreifer sehr schwere Regelvariante ist auch öfter im Internet zu finden. Dabei gewinnt der Verteidiger bereits, wenn der König ein beliebiges Randfeld betritt.

Regelvariante: König muss würfeln

Wer ein wenig Zufall mit ins Spiel bringen und gleichzeitig das Spiel für den Verteidiger etwas erschweren möchte, kann die Schrittweite des Königs mit einem sechs-seitigen Würfel bestimmen lassen.

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