Klappmesser – Der zweite Versuch

EsDSC_0068 ist eine Weile her, dass ich mich mal an einem Klappmesser oder auch Friction-Folder versucht habe. Zum Geburtstag meiner lieben Frau musste ich mir dann etwas einfallen lassen und habe im Keller noch ein schönes Stück Kohlenstoff-Stahl sowie genug Maserbirke für zwei Griffschalen gefunden.

Taschenmesser, die ihre Klinge alleine über Reibung (friction) im geschlossenen oder geöffneten Zustand halten, sind heute nahezu ausgestorben. Früher sah das anders aus. Die Römer bedienten sich bereits dieses Konzepts, für die Wikinger gibt es mindestens ein recht bekanntes Fundstück bei dem das Klappmesser gleich 2 Klingen hatte und aus dem Bereich der Rus habe ich sogar bereits von einer Handsichel gehört, die so einen Klappmechanismus gehabt haben soll.

Anschlag der Klinge über einen Niet

Ein Niet in kurzem Abstand zur Achse erfüllt gleich in doppelter Hinsicht seine Funktion als Stopper. Im aufgeklappten Zustand liegt die Angel (Ich nenne den hinten an Klinge rausragenden Teil mal so auch wenn er nicht wirklich die Funktion einer Angel hat) so an dem Niet an, dass die Klinge sich nicht über den ausgeklappten Zustand 180° hinausbewegen kann.

Im zugeklappten Zustand liegt der Niet in einer speziell dafür ausgefeilten Kerbe nah an der Klinge. Die Klinge selbst steht immer frei und kann nicht im inneren des Griffs anschlagen und so evtl. durch Druck in der Tasche stumpf werden.

Bleche für die Stabilität

DSC_0059Achse und Nieten jetzt einfach durch das schöne Holz zu treiben wäre sicherlich eine Möglichkeit gewesen, aber vermutlich keine sehr langlebige. Das Holz gehört nicht zu den härtesten seiner Art und der Hebel, der sich bei Benutzung des Taschenmessers ergibt, dürfte das Material durchaus stark beanspruchen. Ich wußte mir nicht anders zu helfen als einfach zwei Bleche zu nutzen und das Holz nur als dekorativen Part außen auf den Blechen anzubringen. Die Bleche bringen die nötige Stabilität und das Holz die Optik. Von dem wikingerzeitlichen Fundstück weiß ich, dass die Griffschalen aus Knochen waren. Irgendwie kann ich mir auch bei Knochen und harten Hölzern nur schwer vorstellen, dass sie dieser Belastung lange gewachsen wären. Vielleicht ist es auch eine Frage der Konstruktion. Für die Zukunft muss ich allerdings sagen, dass mich persönlich die sichtbaren Bleche doch stören. Ein dritter Versuch eines Klappmessers könnte vielleicht so aussehen, dass die die Bleche (falls wirklich nötig) wenigstens ganz unter den Holzschalen verschwinden.

 

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