Wolle färben mit Pflanzenfarben

img_3748Es hat mir ja schon lange in den Fingern gejuckt einmal selber Wolle mit Pflanzenfarben zu färben. Jetzt habe ich mir endlich einige Tage und Wochen Zeit freigeschaufelt, zwei große Töpfe, Beizmittel, Färbematerial und Wolle besorgt und los gelegt …

img_3460Als erstes wird die Wolle zu Strängen gebunden damit sie nicht zu sehr verknotet. Dann wird sie eine Stunde lang im heißen, köchelndem Wasser gebeizt damit sie später die Farbe besser hält und nicht zu sehr ausbleicht.

Ich habe mit Alaun gebeizt, weil dieses bereits schon im Mittelalter verwendung fand. Pro 100g Wolle nimmt man ca. 15g Alaun und lößt dieses im Wasser auf. Dann gibt man die bereits gewässerten Wollstränge in die Beize und läßt das ganze für etwa eine Stunde leicht köcheln.

Wenn alles fertig ist, die Wolle langsam wieder abkühlen lassen und anschließend gut mit Wasser spühlen. Dann ist das beizen geschafft und man kann gleich weiter machen und die Wolle färben.

img_3461Diese Wolle habe ich mit zerkleinerter Krappwurzel gefärbt welche ich über einen Tag in Wasser eingelegt habe.

Bei Krapp muss man etwas vorsichtig sein, da die Farbe etwas ins rot-braune (ziegelfarbene)oder orangene geht sobald man es über 70 Grad erhitzt.

Um ein schönes rot hin zu bekommen sollte man die Wolle einige Tage vorher beizen und dann feucht liegen lassen. Die gebeizte Wolle wird dann erst kurz vor dem färben ausgespühlt.

img_3567So sieht dann Wolle aus die mit zerkleinerter Krappwurzel gefärbt wurde. Ich habe drei Züge gemacht:

  • der erste ist ein lachsrot
  • der zweite ein altrosa und
  • der dritte ein zartrosa

img_3565Diese Wolle habe ich mit Birkenblättern gefärbt.

Vorher wurde sie mit Alaun gebeizt und dann ausgewaschen.

Für 400g Wolle habe ich etwa 1000g Birkenblätter genommen und diese mit der vorher gewässerten Wolle langsam erhitzt.

Die Wolle wird dann wunderschön gelb.

Gibt man etwas Eisensulfit hinzu schlägt die Farbe um und man bekommt ein tolles grün hin.

img_3572So sieht Wolle aus die mit Birkenblättern gefärbt wurde.

Der erste Zug ist gelb und der zweite (nach Zugabe von Eisensulfit) grün.

Für das grün wird Eisensulfit mit in den Birkensud gegeben nochmals für eine halbe Stunde mitgeköchelt.

Die Wolle verändert dann beim rausnehmen ihre Farbe und schlägt von gelb in grün um.

img_3730Diese Wolle habe ich mit zerkleinerten Walnussschalen gefärbt.

Beim Färben mit Walnuss braucht man keine Beize und Walnuss kan man auch kalt färben (ohne erhitzen bzw. kochen).

Ich habe in diesem Fall die zerkleinerten Walnussschalen im Wasser eingeweicht und dann mit den Wollsträngen zusammen erhitzt.

img_3740So sieht Wolle aus die mit Walnusschalen gefärbt wurde.

Der erste Zug ist ein schön warmes mittelbraun und der zweite Zug ein helles braun.

Das Bild ist nicht so toll geworden aber oben habe ich nochmal alle Farben zusammen fotografiert. Da sieht man etwas besser wie schön das braun eigentlich ist.

img_3741Diese Wolle habe ich mit Indigopulver gefärbt.

Die Wolle braucht man (wie auch beim Färben von Walnuss) vorher nicht zu beizen.

Das Färben mit Indigo ist etwas komplizierter, weil man vorher eine Küppe ansetzen muss.

Indigo ist nicht wasserlöslich und man muss mit etwas Chemie nachhelfen um damit färben zu können.

Die Küppe darf nicht über 60 Grad erhitzt werden und das ganze muffelt ein wenig. Außerdem sollte man beim Färben mit Indigo unbedingt Handschuhe benutzen.

img_3751So sieht Wolle aus die mit Indigo gefärbt wurde. Ich habe wieder drei Züge gemacht:

  • der erste Zug ist ein dunkeles blau
  • der zweite Zug ein mittelblau und
  • der dritte Zug ein sehr helles blau

Bei Fragen oder Interesse könnt ihr wie immer über unser Kontaktformular direkt Kontakt mit mir aufnehmen.

 

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